Ernährungsrat Essen

Ihr erreicht uns über : info@ernaehrungsrat-essen.de

Unsere weiteren Aktivitäten findet ihr auf :

https://wechange.de/group/ernaehrungsrat-essen-ere/

Im Ernährungsrat haben sich Essener Bürger*innen, Initiativen und Unternehmen zusammen geschlossen. Gemeinsam arbeiten wir daran, für die Stadt ein zukunftsfähiges, nachhaltiges Ernährungssystem aufzubauen, das ohne Ausbeutung von Mensch und Natur funktioniert. Dafür sollen Strukturen geschaffen werden, die es ermöglichen, Nahrungsmittel möglichst ökologisch, regional und saisonal anzubauen, zu ernten, zu verarbeiten und zu handeln.
Gesunde Lebensmittel sollen für alle verfügbar und bezahlbar sein!

Unabhängig und unbeeinflusst von Politik und Wirtschaft arbeitet der Ernährungsrat Essen daran…
… ein Netzwerk zu bilden.
Strategien und Projekte zu entwickeln.
Informationen und Bildungsangebote zu schaffen.
… kontinuierlich über Erreichtes und neue Schritte zu berichten.

Warum ein Ernährungsrat für Essen?

Wir produzieren und konsumieren Lebensmittel im Übermaß, werfen zu viel weg und nehmen die weltweite Ausbeutung von Menschen und Natur für unseren verschwenderischen Konsumstil wie selbstverständlich in Kauf. Hinzu kommt, dass in der Regel wenige, profitorientierte Konzerne bestimmen, was auf Feldern angebaut und in Supermärkten angeboten wird. Dass muss nicht sein! Immer mehr Essenerinnen wollen dies ändern und das derzeitige Ernährungssystem in ein zukunftsfähiges ver-wandeln. Mit dem Titel „Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017“ ist die Stadt die Verpflichtung eingegangen, als Vorbild für Nachhaltigkeit und Umweltschutz für das Ruhrgebiet voranzugehen. Im Thema Ernährung sind alle drei Ebenen der Nachhaltigkeit – sozial, ökologisch und ökonomisch – miteinander verbunden. Damit ist es ein Schlüssel zur zukunftsfähigen Stadt Essen. Daran knüpft der Ernährungsrat Essen an. Er will den Aufbau eines zukunftsfähigen und gerechten Ernährungssystems ins Zentrum der Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung in der Stadt und in der Region rücken. Allen Essenerinnen soll der Zugang zu regionalen, ökologisch und ressourcenschonend produzierten und verarbeiteten Lebensmitteln ermöglicht werden.

Weitere Informationen zum Ernährungsrat Essen findest Du im Folgenden auf dieser Seite, immer aktuell auf Facebook und hier als Download:

Unsere Vision von Essen 2030

Eine Vision beschreibt eine mögliche positive Zukunft. Sie ist nicht zu verwechseln mit einem Plan. Sie ist nicht in Stein gemeißelt. Sie zeigt, wofür wir uns engagieren möchten. Diese Vision ist die Antwort auf die Frage: „Wie sieht Essen im Jahr 2030 aus, wenn der Ernährungsrat für Essen sehr erfolgreich war?“. Wir laden Euch und Sie ein, diese Vision mit zu entwickeln und lebendig zu machen.

Biostadt – Die Stadt Essen ist Teil des Biostadt-Netzwerkes
Schon 80% der von der Stadt verpachteten landwirtschaftlichen Fläche wird ökologisch bewirtschaftet. Durch die Zusammenarbeit mit den Biostädten Bochum, Mülheim und Gelsenkirchen ist die Fairtrade-Region Ruhrgebiet entstanden. Auf der IGA 2027 konnte Essen die anderen Ruhrgebietsstädte dazu gewinnen, sich zur Grünen Metropole Ruhrgebiet zusammenzuschließen.

Produktion & Verarbeitung – nachhaltig, fair und gut für alle!
Essen 2030 bietet regionalen Biobetrieben und bäuerlichen Familienbetrieben eine Perspektive und umgekehrt. Nachhaltiges Wirtschaften ist selbstverständlich. Regionale Erzeuger und Handwerksbetriebe sind hoch angesehen. Sie beliefern Restaurants und Kantinen. Auch die Verarbeitung der Erzeugnisse findet mehr und mehr in der Region statt. Es gibt Molkereien, mobile Metzgereien und Käsereien. In Food Hubs (Verteilzentren) wird Ware angeliefert und vorverarbeitet. So entstehen viele neue Arbeitsplätze. Damit leisten kleine und mittlere Unternehmen einen großen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung.

Handel – Bio-Regio ist selbstverständlich, die Vermarktungswege vielfältig.
In den Stadtteilen sind neben Stadtwandelgeschäften, Regioläden und Foodzentren entstanden. In den Supermärkten gibt es viele regionale Bioprodukte. Öko-Märkte sind in Essen fester Bestandteil der Wochenmärkte. Vielleicht hat sich eine regionale Bio-Vermarktungs-Genossenschaft gegründet, bei der Essenerinnen und Essener einfach und günstig einkaufen können. Supermärkte dürfen keine Lebensmittel mehr wegwerfen. Sie retten und verwerten alle Rest-Lebensmittel in enger Kooperation mit Foodsavern oder Start-ups. Außerdem haben sie ein breites Angebot an unverpackter Ware. Dadurch hat sich der Verpackungsmüll für Lebensmittel um 80 Prozent reduziert.

Gesunde, regionale und biologische Lebensmittel für alle.
Alle Essener*innen schätzen den Wert nachhaltig erzeugter Lebensmittel und können sie sich leisten. Das gute Essen verbindet sie – unabhängig von Alter, Geschlecht, Geldbeutel und Schulbildung. Die Märkte, Regioläden und Foodzentren in allen Stadtteilen sind auch soziale Treffpunkte. Es gibt Raum und Zeit für Meinungs- und Erfahrungsaustausch; hier entstehen neue Kontakte und gute Ideen für ein besseres Essen in der Stadt. Die Bürgerinnen und Bürger haben engen Kontakt zu den Landwirt*innen und zu Verarbeitungsbetrieben in ihrer Region. Das schafft Verbindung und ein gemeinsames Verständnis von nachhaltiger Wirtschaft und es entsteht mehr Wertschätzung für das Essen auf dem Teller.

Essener Zukunftsküche – die Gemeinschaftsverpflegung ist Bio + Regional
Die Essener Gastronomiebetriebe, Betriebe der Gemeinschaftsverpflegung (GV) und die städtische Küche (RGE) bemühen sich um ein saisonales, regionales Angebot mit hohem Bio-Anteil – lecker und gesund! Sie werden dabei aktiv unterstützt von der Essener Zukunftsküche – dem innovativen Fortbildungs- und Schulungszentrum für Kantinen und Caterer. So finden die Studierenden in den Mensen täglich Bio-Essen im mittleren Preissegment. Betriebskantinen bieten überwiegend Gerichte mit saisonalen und Bio-Lebensmitteln aus der Region an. In Schulen und Kitas ist regionales und Bio-Mittagessen normal und schmeckt. Unterm Strich beziehen alle GV-Betriebe ihre Lebensmittel zu mindestens 50 Prozent aus der Metropol-Region.

Bildung – sinnlich und fröhlich!
Alle Essener Kinder und Jugendlichen erleben in ihrer Kita- und Schulzeit eine sinnliche und fröhliche Ernährungsbildung. Gute Ernährung ist nicht nur Schulfach, sie wird auch in Schulgärten und Schulküchen gelebt. Jedes Kind weiß, wie Landwirte arbeiten. Es gibt Schulbauernhöfe und Schulgärten. Auch zwischen Kitas, Grundschulen und Senioreneinrichtungen gibt es Kooperationen. Die Senior*innen vermitteln den Kindern wertvolles Wissen rund ums Gärtnern und Kochen. So entstehen für die Älteren neue Aufgaben und Aktivitätsfelder. Die Kinder helfen den älteren Menschen bei praktischen Tätigkeiten.

Veranstaltungen & Events – Feste feiern und gemeinsam genießen.
Die Events, Vorträge und Workshops des Ernährungsrates machen Lust auf nachhaltig erzeugte Lebensmittel aus der Region. Viele Menschen engagieren sich und machen mit. Auf dem jährlichen „Tag der Guten Lebensmittel“ wird genussvoll gegessen und gefeiert.

Stadternährungsplanung – Gutes Essen voll im Plan!
Essen hat im Jahr 2030 eine professionelle Stadternährungsplanung. Es gibt mehr landwirtschaftlich genutzte Flächen. Über die ganze Stadt verteilen sich Urban-Gardening-Projekte und grüne öffentliche Räume. Kreislaufwirtschaft macht unser Ernährungssystem nachhaltiger: Produktion der Lebensmittel und Regeneration der Böden gehen Hand in Hand.

Essbare Stadt
Essen ist „Essbare Stadt“. Gemüse- und Obstanbau im öffentlichen Raum ist selbstverständlich. Kohl und Kartoffeln statt Bodendeckern. Obstbäume zum Selbsternten an jeder Ecke und jede Menge Blumen – für die Insekten – und die Sinne der Essener*innen. Pflücken erlaubt, statt Betreten verboten.

Politik und Ernährungsrat – Hand in Hand für die Ernährungsregion Essen
Der Ernährungsrat unterstützt die Politik und umgekehrt. Die Stadt schätzt das Engagement der Bürger*innen und die Bedeutung regionaler und biologisch erzeugter Lebensmittel für Soziales, Gesundheit, Tourismus ebenso, wie für mehr Biodiversität und den Kampf gegen den Klimawandel. Die durch den Ernährungsrat initiierte Ernährungsstrategie der Stadt Essen sorgt schon seit einigen Jahren für gute Rahmenbedingungen und motiviert Lebensmittel-Unternehmen zu einer nachhaltigen Erzeugung und Vermarktung. Auch Start-ups werden ermuntert und unterstützt.
Das Ziel : Essen ist klimaneutral, soll in 2 Jahren erreicht werden.